Es ist egal, WAS du machst, aber nicht WIE und WARUM du es machst

Es gibt ein Thema, das mich immer wieder ärgert und bei dem ich oft nur ungläubig den Kopf schütteln kann : mommy wars.

Ja, ich gehöre mit meinem Blog auch zu denen, die gerne erklären, WARUM sie etwas so machen, wie sie es machen. Aber gerade in den sozialen Medien verrennen sich viele und verteufeln Handlungen oder Begebenheiten viel zu schnell und ohne auf das WIE oder WARUM zu schauen.

Und das möchte ich nicht. Wir alle sind verschieden und diese Vielfalt ist nicht nur bei uns Mamas da, sondern auch bei allen Papas, Babys, Kindern, Familienkonstellationen und und und… diese Vielfalt ist in Ordnung. Solange das Gefühl dahinter stimmt. Und dieses Gefühl heißt BEDINGUNGSLOSE LIEBE.

Es ist egal, WO dein Kind einschläft, aber nicht, WIE es in den Schlaf findet

Es ist mir egal, ob eure Kinder im Familienbett, im Beistellbett oder im eigenen Bett schlafen. Es ist egal, ob der Auszug aus dem elterlichen Schlafzimmer mit einem Jahr oder erst im Schulalter erfolgt. Es ist egal ob ihr in den Schlaf stillt, ob ihr in den Schlaf kuschelt oder tragt. Ob ihr Bücher lest, Lieder singt, oder von eurem Tag erzählt. Aber es ist eben für ein Kind NICHT EGAL, mit WELCHEM GEFÜHL es in den Schlaf findet. Guter und erholsamer Baby- und Kinderschlaf funktioniert nur, wenn sich die Kleinen sicher fühlen. Und das tun sie nunmal nicht, wenn sie alleine sind, wenn ihre Bindungspersonen verschwunden sind (womöglich sogar noch bevor die Kleinen wissen, dass weg nicht für immer weg heißt). Und das tun sie nicht, wenn auf ihr Weinen niemand reagiert. Sie schlafen irgendwann ein, ja. Zuerst aus Erschöpfung und bald aus Resignation. „Ich brauche nicht weinen weil mir eh niemand hilft, sobald es dunkel ist“ gehört weder in die Gedanken von Babys noch in die von Kindern. Und es sollte nicht bewusst gemacht werden weil das Baby im eigenen Bett schlafen lernen muss oder man sein Zimmer nicht mit dem Nachwuchs teilen will.

Es ist egal, WOMIT du dein Kind fütterst, aber es ist nicht egal, WIE du dabei vorgehst

Ob du dein Baby stillst oder ihm die Flasche gibst, ob du mit 5 oder 10 Monaten mit Beikost beginnst, ob du BLW machst oder Brei fütterst – das kann eigentlich egal sein. Denn jede Familie sollte sich das raussuchdn können, was zu ihnen passt. Es ist aber NICHT EGAL, ob du die körperliche Integrität deines Kindes dabei wahrst oder nicht. Denn es ist nicht in Ordnung, einem hungrigen Baby wegen starrer Zeitfenster Brust oder Flasche zu verweigern. Und es ist nicht in Ordnung, über das Sättigungsgefühl des Kindes und gegen dessen Gegenwehr weiter Essen in es hineinzustopfen.

Es ist egal MIT WAS du dein Kind wickelst, aber es ist nicht egal, WIE feinfühlig du dabei bist

Ob Stoffwindeln, Wegwerfwindeln, Windelfrei – ganz ehrlich, das darf und soll doch jeder so machen, wie er will. Aber bitte werde dabei nicht übergriffig. Finde kreative Lösungen (im Stehen, mit Ablenkung, mit einem Lied…) aber halte dein Kind NICHT MIT GEWALT fest. Das gleiche gilt fürs Zähneputzen. Ob du dich dabei zum Affen machst oder Videos auf dem Handy zeigst – alles hat seine Berechtigung. KÖRPERLICHE EINSCHRÄNKUNGEN allerdings nicht.

Es ist egal MIT WAS du dein Kind transportierst, aber es ist nicht egal, WIE es deinem Kind darin geht

Ja, ich liebe mein Tragetuch und meine beiden Babys mochten den Kinderwagen nicht. Aber es gibt durchaus Babys, die den Wagen lieben. Und es gibt vielleicht auch Babys, die das Tuch nicht mögen. Es ist doch egal, womit ihr eure Schätze transportiert. SOLANGE es ihnen gefällt und sie sich damit wohlfühlen. Aber es ist nicht egal, wenn man ein Baby in den Kinderwagen legt und es schreien lässt, damit es sich „daran gewöhnt“. Es ist kein Gewöhnen, wenn man resigniert, weil man eh nichts ändern kann.(Anschnallen im Auto nehme ich hier explizit raus – Gefahrensituationen sind etwas ganz anderes!)

Es ist egal, WER dein Kind betreut, aber es ist nicht egal, WIE diese Betreuungsperson mit deinem Kind umgeht

Der Mensch ist geschichtlich gesehen eine kollektiv aufziehende Rassse. Wir haben schon immer gemeinsam auf unseren Nachwuchs aufgepasst und ihn in „Fremdbetreuung“ gegeben. Bei einigen Naturvölkern kann man das noch wunderbar beobachten. Unsere Kinder gehen nicht kaputt, wenn wir sie an Jemanden abgeben. Aber es schadet ihnen, wenn dieser Jemand nicht auf seine Bedürfnisse eingeht. Deshalb: ich habe nichts gegen Papas in Elternzeit, Krippen, Tagesmütter, Omas, Opas, Tanten, Onkel – solange diese Personen feinfühlig auf unsere kleinen Kinder eingehen können. Die Beziehung kommt immer zuerst! Und je mehr tolle Bezugspersonen ein Kind hat, umso besser! Es ist doch toll, wenn man als Kind weiß, da sind ganz viele, die mich lieben, die mich verstehen und die mir helfen.

Also, …

…solange die Kleinen geliebt, respektiert, ohne psychischen oder physischen Druck begleitet werden, solange auf sie eingegangen wird und sie so sein dürfen wie sie sind, solange sollten wir einfach mal einen Gang runter schalten. Und uns unsere Energie für die Fälle aufheben, bei denen das nicht der Fall ist. Bei diesen Fällen aber, da sollten wir den Mund aufmachen. Versuchen, zu erklären. Vorleben. Alternativen aufzeigen. Denn auch Kinder haben Rechte. Und es liegt an uns allen, dass diese Rechte in einer Gesellschaft gelebt werden.

Herzlichst, eure Bianca

2 Gedanken zu „Es ist egal, WAS du machst, aber nicht WIE und WARUM du es machst“

  1. Liebe Bianca, dass ist sehr gut geschrieben und du sprichst mir zu hundert Prozent aus der Seele! Wir beide machen vieles vollkommen unterschiedlich in der Erziehung unserer Kinder, aber das wichtigste haben wir gemeinsam, den absoluten Respekt für unsere Kinder! Und es ist auch absolut richtig dass so vorzuleben und den Mund aufmachen, wenn man sieht, hier gibt es Menschen die vielleicht überfordert sind. Du weißt, ich konzentriere mich mehr auf andere Themen, die meine Tochter betreffen, aber das kann ich auch nur durch unsere innige Beziehung. Die gibt mir die Energie und das Bedürfnis offen zu sprechen!
    Deine Freundin Caro

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